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Artikel FP vom 27.04.2011

Besuchermagnete stehen auf Streichliste
Nicht Gäste, sondern vor allem Bauarbeiter werden schon bald im Textil- und Rennsportmuseum ein- und ausgehen. Das Museum muss kürzer treten, will aber diese Chance nutzen.

Von Georg Müller

Hohenstein-Ernstthal - Mehr als 3100 Besucher kamen 2010 in das Hohenstein-Ernstthaler Textil- und Rennsportmuseum. Eine Zahl, der Leiterin Marina Palm in diesem und im nächsten Jahr nicht nahe kommen wird. Grund: Die Sonderausstellungen werden wegen der anstehenden Sanierung des Gebäudes gestrichen. Gerade sie zogen Gäste an. Zuletzt wurden etwa 700 Menschen Sportsouvenirs gezeigt. Damit ist nun Schluss.

"Wir haben weiterhin geöffnet, können aber unser Angebot nicht aufrechterhalten", sagte Palm. Sie will im Laufe des Jahres entscheiden, was sich noch verwirklichen lässt und was nicht. Fest steht bereits, dass mit der geringeren Besucherzahl Einnahmen wegfallen. 5500 Euro des Gesamtbudgets in Höhe von 120.000 Euro tragen die Gäste bei. Der Rest kommt unter anderem von der Stadt. Palm will die Summe ausgleichen. "Wir werden weniger Werbung machen", erklärte sie. Sollte das nicht ausreichen, stehen Anschaffungen infrage. Zum Beispiel werden im Museum spezielle Kartons für das Depot benötigt. Da sie säurefrei sind, greifen sie anders als normale Kartons die Ausstellungsstücke nicht an.

Ausfallen müssen die Sonderausstellungen, da die Arbeiter nicht nur die Fassade neu verputzen, sondern auch im Erdgeschoss neue Fenster einbauen. In den anderen Etagen wurden sie bereits aus-getauscht. Zudem wird ein Anbau weggerissen. Auf der freien Fläche soll eine knapp 20 Meter lange Rampe entstehen. Über sie können künftig Behinderte in das Museum gelangen. "Wir haben keinen barrierefreien Zugang. Oft mussten uns deswegen Gruppen absagen", so Palm. Das soll sich ändern. Damit Menschen im Rollstuhl auch die oberen Etagen erreichen können, wird ein Lastenaufzug zum Personenfahrstuhl umgebaut. Er befindet sich an der Außenseite. Derzeit bereiten die Arbeiter die Sanierung vor. Sie legen Elektro-leitungen um und entfernen erste Wände.

Im späten Frühjahr soll das 1 Million Euro teure Vorhaben beginnen. Bis dahin muss Palm mit ihren zwölf ehrenamtlichen Helfern unter anderem den Dachboden leer räumen. Dort befindet sich das Depot. Die bis zu 20.000 Exponate kommen in einer nahe gelegenen Fabrik unter. Die Stadt will das Museumsdach decken lassen. "Wir nutzen die Gelegenheit, um das Depot neu zu ordnen", sagte die Leiterin. Das Sammeln und Bewahren sei ohnehin eine wichtige Aufgabe des Museums. In den kommenden zwei Jahren werde sich stärker darauf konzentriert.

Das eigentliche Ausstellungskonzept bleibe erhalten, da die Innen-räume nicht saniert werden. Marina Palm will aber im Kellerbereich die Chance nutzen, mehr auszustellen. Durch ihn führt der Weg von der Rampe zum Fahrstuhl. "Wir könnten auf dem sonst ungenutzten Raum unseren Friseursalon und unsere Schusterwerkstatt zeigen." Vor drei Jahren waren die momentan eingelagerten historischen Möbel und Werkzeuge zuletzt zu sehen. "Es wäre gut, sie an einem festen Ort zu haben", sagte Marina Palm. Das Auf- und Abbauen bekommt ihnen nicht gut."


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z.Zt. keine


Zur Beachtung:
Das beliebte und bekannte "Sachsenring-Spiel" kann im Museum käuflich erworben werden.


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